Es wird immer verrückter, jetzt im Jahr 2024 sollen laut Forschern Eier plötzlich wieder sehr gesund sein und vor Alzheimer und Demenz schützen. Ja so ist das, wenn man Assoziation mit einem Beweis aus einer Doppelblindstudie verwechselt und die Leute in den 1980er Jahren verrückt macht. Dabei kommen dann extrem widersprüchliche Ergebnisse heraus, was nicht verwundern sollte, wenn man versteht, was eine Assoziation ist. Nochmal zur Erinnerung: Eine Assoziation kann nur einen Verdacht finden, keinen Beweis. Und in genau der Situation befinden wir uns, was das Thema Cholesterin angeht – übrigens schon seit 1960. Aber sei es drum, was haben Wissenschaftler diesmal gemacht und veröffentlicht?

Die Gruppe im Yongyi Pan hat 1024 Menschen, die im Durchschnitt 81 Jahre alt waren, über einen Zeitraum von ca. 7 Jahren beobachtet und dabei vermerkt, wer in dieser Zeit mit Alzheimer diagnostiziert wurde. Jedoch hat man, wie so häufig, einen Fragebogen zum Essverhalten verschickt und dabei die meiner Meinung vollkommen bizarre Erwartungshaltung, dass sich dieses Essverhalten über diesen Zeitraum nicht ändert. Schauen wir uns die Daten trotzdem an:

Wer angab, mehr als ein Ei oder zwei Eier die Woche zu essen, der hatte ein halbiertes Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Zudem hat die Autopsie von Verstorbenen fast das gleiche Ergebnis gezeigt. Die Teilnehmer, die angegeben hatten, ein oder zwei Eier die Woche zu essen, hatten ein 40 bis 50 Prozent reduziertes Risiko, Alzheimer-Pathologien im Gehirn zu entwickeln. Und man hat auch eine sehr gute biochemische Begründung für diesen Fund, den ich komplett unterschreiben kann: Die Aufnahme von Cholin, welches sich im Eigelb findet. Ich ergänze an dieser Stelle, dass das insbesondere für Menschen interessant ist, die ein langsames PEMT-Gen besitzen (https://www.strunz.ch/das-low-carb-gen-pemt.html). In diesem Zusammenhang werden niedrige Blutwerte von Cholin mit der Entstehung von Alzheimer assoziiert.

Was nehmen wir mit: Die Behauptung, Eier seien gefährlich, scheint mal wieder widerlegt worden zu sein, denn egal ob Assoziation oder Interventionsstudie: Eine Behauptung muss sich, sofern sie wahr ist, immer wiederholen lassen und stimmig in allen Studien gefunden werden, sonst ist sie schlichtweg falsch. Und hier existiert, neben der Beobachtung, auch ein guter biochemischer Zusammenhang. Daher achten Sie darauf, dass Sie genug Cholin zu sich nehmen. Gute Quellen sind Leber und Eier.


Quelle: Association of Egg Intake With Alzheimer's Dementia Risk in Older Adults: The Rush Memory and Aging Project, Yongyi Pan et al., 2024, DOI: 10.1016/j.tjnut.2024.05.012


Über den Autor:


“Robert Krug beschäftigt sich seit 2016 intensiv mit dem Thema Gesundheit und Ernährung im Hinblick auf die Biochemie des Menschen. Seit 2019 veröffentlicht Robert Krug Bücher zu den Themen genetisch korrekte Ernährung und zur ganzheitlichen Betrachtung des Menschen. Doch lassen wir ihn selbst einmal zu Wort kommen, wie er seinen Weg zur Biochemie gefunden hat:

"Ich liebe es, Probleme zu lösen. Das wird mit ein Grund dafür gewesen sein, dass ich 1994 Wirtschaftsinformatik studiert und warum ich leidenschaftlich gern Software programmiert habe. Mein Weg zur ganzheitlichen Medizin erfolgte aus der Not heraus, da ich in 2016 selbst erkrankte und von der Schulmedizin leider keine Hilfe bekam. So fing ich an, mich Stück für Stück mit meinen Problemen zu beschäftigen und zu lesen, um den Problemen auf den Grund zu gehen. Also das gleiche Vorgehen wie bei der Arbeit. Das war sozusagen der Start für mein inzwischen leidenschaftliches Interesse an der Biochemie und somit der Start meiner Reise." ”